Typische Tauchgebiete der Malediven

Die Lagune (1):   

In der Insel-Lagune des Hausriffs wird eigentlich weniger getaucht sondern mehr geschnorchelt. Ihre Größe und auch ihre Tiefe (meist um die 2m) sind sehr unterschiedlich und von Insel zu Insel verschieden. Die Korallenblöcke reichen meist bis dicht unter die Wasseroberfläche und die Sicht ist auch bei wenig Wasserbewegung immer etwas trübe. Hier ist das Riff oft sehr filigran und beherbergt Korallenarten die durch ihre Zerbrechlichkeit am Außenriff seltener bzw. nur an geschützten Stellen vorkommen. Hier und da bilden sich auch größere Schotterflächen aus abgestorbenen Korallen. Eigentlich sind hier alle Arten von Korallenfischen wie z.B. Falterfische, Anemonenfische,Putzer und Kofferfische usw. anzutreffen......... Sicher kann man hier mit etwas Glück auch etwas größerem begegnen aber das ist doch eher selten. Ist die Insellagune etwas größer, und befinden sich in ihr ausgedehnte Sandflächen dann kann man hier meist optimal baden und surfen.

Das Innenriff: (Lagune 2)   

Mit Innenriff möchte ich den Bereich bezeichnen der für viele Hausriffe, wenn auch nicht aller Inseln im inneren der Atolle zutrifft. Die meisten Farus und Giris befinden sich ebenso in diesem Bereich. Hier sind die Tauchplätze an denen es sich ruhig angehen lässt und Putzerstationen findet man an jeder Ecke die zum Verweilen einladen. Die Strömungen halten sich hier in Grenzen und Makrofans können sich endlich in Ruhe austoben. Die Riffstruktur kann von seicht abfallend bis Drop-of-charakter haben, somit hat jeder Platz hier seinen eigenen Reiz.

Das Außenriff:

Für die meisten Taucher das non plus ultra überhaupt, hier ist zwar nicht alles so filigran wie an so manchem Tila oder Faru, aber Großfisch ist meist garantiert. Mit starker Strömung ist immer zu rechnen, dafür hat man dann aber meist auch jede Menge Schwarmfisch am Tauchplatz. Optimal sind die steil abfallenden Außenriffe, hier findet man viele Überhänge und man trifft den einen oder anderen Hochseebewohner. Die etwas seichter abfallenden Außenriffe sind nicht so oft angesteuerte Tauchplätze, meist schwierig zu betauchen da man ständig von der Dünung hin und her geschoben wird und oftmals regelrechte Geröllhalden. Auch ist das Wasser durch die starke Strömung und die Temperaturunterschiede hier meist etwas trübe.

Die Tilas, Farus und Giris:   

Tilas sind eigentlich kleine Unterwasserberge mit den unterschiedlichsten Riffstrukturen. Sie reichen nie bis zur Wasseroberfläche sondern enden spätestens im 5m Bereich, häufig  jedoch schon vorher um die 8-14m. Man findet sie in den Atoll-Lagunen oder in den Kanälen. Bei schlechterem Wetter und aufgewühltem Meer lässt sich so manches Tila einfach nicht anfahren weil sie oft sehr klein sind, und man es schlicht nicht finden kann.

Als Farus bezeichnet man die kleinen Miniatolle innerhalb der Atoll-Lagune mit einer Ausdehnung um 1 Km. Im Prinzip handelt es sich hierbei um große bis an die Wasseroberfläche gewachsene Tilas die in die Breite gegangen sind und deren inneres eingebrochen und weggespült wurde. Oft sind nur die Ecken interessant bei denen die Strömung für Überhänge und kleine Höhlen gesorgt hat. Die inneren Bereiche von Farus sind recht trübe und zum Tauchen ungeeignet. Manche Inseln die selbst über kein großartiges Hausriff verfügen machen zu ihren umliegenden Farus Schnorcheltouren die man ruhig mal mitmachen sollte.

Giris sind Tilas die bis kurz unter die Wasseroberfläche wachsen und bei Ebbe meist aus dem Wasser ragen, ihre Riffstruktur ist etwas filigraner als an den meisten richtigen Tilas. Im allgemeinen sind Giris die Schlechtwetter-Tauchplätze da sie tief im inneren der Atolle liegen und oft, wenn auch nicht immer, keine besonders aufregenden Riffstrukturen zu bieten haben.

Die Kanäle (Kandus):   

Für Strömungsfreunde die besten Tauchplätze überhaupt. Auch die schönsten Tilas findet man oft gerade hier in den Atoll-Kanälen. Die Tauchplätze sind sehr unterschiedlich, die meisten besitzen oft viele Überhänge die durch die Strömungen ausgewaschen wurden. Ihre tiefsten Stellen liegen meist um die 50m, und bei einlaufendem Wasser hat man hervorragende Sicht.

Die größeren und tieferen Kanäle findet man zwischen den einzelnen Groß-Atollen, ihre Tiefe reicht bis weit über 1000m. Die Strömungen sind an diesen Tauchplätzen sehr unterschiedlich und wechseln oft sogar  während des Tauchgangs.