Rihiveli

24.04.2009 - 03.05.2009 Rihiveli

Obwohl ich kein grosser Schreiber von Reiseberichten bin, möchte ich dieses tolle Forum um rezente Informationen über unseren Aufenthalt im Rihiveli Beach Resort bereichern. Die Insel ist im deutschsprachigen Raum nicht so bekannt, was sich aber ändern könnte, seit DERTour als grosser Veranstalter sie in sein Programm mit aufgenommen hat (aber wohl eher wegen Kandooma, eine Insel die auch von HPL gemanaged wird).

Dies war unser erster Aufenthalt auf den Malediven, wir kennen den Indischen Ozean aber schon von Reisen auf die Seychellen. Auf Rihiveli bin ich zum ersten Mal in einem Seychellen-Forum gestossen, in einem Thread über die erholsamsten Inseln im Indischen Ozean. Der Beitrag stammte von einem Herr Därr, der die DuMont Reiseführer Malediven, Seychellen, Mauritius und Madagaskar geschrieben hat. (eine weitere Insel-Empfehlung aus diesem Thread war Soneva Fushi, aufgrund der aktuellen Wirtschaftskrise habe ich mich aber dann aber für die
preiswertere Variante entschieden :-)

Rihiveli liegt am südlichen Ende des Süd-Male Atolls direkt am Aussenriff und ist deshalb in gut einer Stunde Fahrt mit dem Speedboot zu erreichen. 90% der Strecke führen durch die ruhige Atoll Innenseite, nur auf dem 5 km breiten Vaadhoo-Kanal, der den Flughafen und das Süd-Male Atoll voneinander trennt, geht die Fahrt durchs offene Meer. Wie oben bereits erwähnt wird Kandooma vom gleichen Betreiber gemanaged, deshalb kann es schon mal vorkommen, dass ein kleiner Umweg über diese Insel gemacht wird und dort auch Gäste abgesetzt oder mitgenommen werden. Rihiveli ist eine lange und schmale Sandbankinsel (500m x 70m), die nur 48 Bungalows unter dichter Vegetation beherbergt. Die riesige sandige Lagune mit 2 unbewohnten Inseln, die man gut zu Fuss erreichen kann, sind sicherlich ein Highlight. Leider gibt es kein Hausriff und auch das nahe Aussenriff sind nicht direkt erreichbar, so dass Schnorcheln oder Tauchen vom Strand oder Steg aus nicht möglich ist. Zum Ausgleich bietet das Hotel 2 mal täglich kostenlos Schnorchelausflüge zu Plätzen im Süd-Male Atoll an, die mich persönlich aber ein wenig enttäuschten. Zur Tauchbasis (EURODIVERS) und den besuchten Tauchplätzen kann ich nicht sagen, da meine Freundin und ich nicht tauchen.

Die Bungalows sind einfach, aber geschmackvoll eingerichtet. Wir hatten einen der beiden Deluxe-Bungalows, die etwas grösser und neuer als die Standard-Bungalows sind. Ausserdem stehen sie alleine (in der Standard-Version sind immer 2 Bungalows im 90 Grad Winkel verbunden) und haben zudem eine Aussendusche. Alle Bungalows haben Holzboden und eine Terrasse zum Meer hin mit Sonnenliegen, Schirm und Hängematte. Jeden Tag gibt es frische Strand- und Handtücher, die Bettwäsche wird jeden 2. Tag gewechselt (ausser man legt einen Kokosnuss aufs Bett, dann wird sie auch täglich getauscht). Einen Fernseher, Stereo-Anlage, Telefon oder Klimaanlage sucht man vergeblich, letztere ist aber auch nicht nötig, da Bungalows so gebaut sind, dass immer frische Luft von aussen hineinkommen kann. Ich persönlich verzichte gerne auf die oben genannten "Features", ebenso brauche ich auch keinen Pool wenn das warme und kristallklare Meer nur 3 Schritte vor der Haustür
anfängt.

Das Hotel steht unter französischer Leitung und das merkt man auch: Französisch ist die Inselsprache, 90% der Gäste kommen aus Frankreich (und oft auch nicht zum ersten Mal: Vor dem Souvenirshop steht ein Totempfahl, den man vorlauter bunten Holzfischen kaum mehr erkennen kann. So einen Fisch bekommt jeder Gast, der mindestens 4 mal auf der Insel war). Natürlich hat auch die Küche einen französischen Touch, was natürlich kein Nachteil ist. Ganz im Gegenteil, das Essen war sehr gut: Frühstück und Mittag immer, abends entweder Vorspeise und Nachtisch oder der Hauptgang in Buffetform. Die Insel bietet nur Vollpension an, und Trinkwasser gibt es auch so viel man will gratis. Jeden Tag bringt der Roomboy eine Thermoskanne kaltes Wasser in den Bungalow, zu den Mahlzeiten steht eine Karaffe eisgekühltes Wasser auf dem Tisch und an der Bar und am Wassersportcenter gibt es auch einen Spender. Wem das ausreicht, der hat es schwer auf der Insel zusätzlich Geld auszugeben, aller Wassersport (Katamaran, Kajak, Schnorcheln, auch Wasser-Ski!!!) ausser Tauchen und Ausflüge zur einer Einheimischen-Insel oder zur Konkurrenz (Kandooma) sind gratis! Ok, im SPA kann man auch noch Geld lassen, wir haben es aber nicht ausprobiert. Die Preise an der Bar sind - so denke ich - für die Malediven normal: Cola $4, 1/2 Liter Bier vom Fass $6, Magnum-Eis $5 und Cocktails um die $10,
eine Flasche Wein im Restaurant gibt es ab ca. $30.

Nach so viel Lob gibt es aber auch Kritik: Im Restaurant gibt es nur grosse 6er und 8er Tische. Spricht man Französisch oder kommt man zu Viert auf die Insel, ist es egal, wenn aber nicht (wie in meinem Fall), setzten sich immer noch andere (Franzosen) an den Tisch, die sich dann super unterhalten und man selber ist von der Konversation ausgeschlossen. Englisch oder gar Deutsch redet auf jeden Fall keiner. Man kann natürlich gegen Aufpreis ein "Romantisches Dinner zu Zweit am Strand" buchen, aber für jede Mahlzeit ist das sicherlich keine Lösung. Zur Ehrenrettung muss ich zugeben, dass man uns angeboten hat, einen 2er-Tisch extra für uns aufzustellen, aber da komme ich mir dann blöd vor. Für Honeymooner ist das sicherlich ein k.o. Kriterium. Dieses "open table" Konzept hat auch manche französische Paar gestört, entweder man mag es oder halt nicht! Ein weiterer (kleiner) Kritikpunkt ist für mich das Mittagessen: Jeden Mittag gab es verschiedene Salate und marinierten Fisch (was ich prinzipiell gut finde, gerade bei den Temperaturen und Vollpension ist etwas "Leichtes" willkommen), und zusätzlich für Leute die richtig viel Hunger hatten auch ein bis zwei warme Gerichte. Leider standen auf dem Salatbuffet jeden Tag die gleichen Salate, etwas mehr Abwechslung hätte für meinen Geschmack nicht geschadet - immerhin ist Rihiveli keine "Billiginsel" und kann auch bei den "Sternefeatures" nicht punkten, deshalb darf man beim Restaurant dann auch etwas kritischer sein, so meine ich jedenfalls. Und wenn ich gerade beim Meckern bin, gibt es noch einen Nachschlag: Das Mittagessen kann man auch auch einer unbewohnten Insel einnehmen, dort gibt es dann die oben genannten Salate und frisch gegrillten Fisch. Das kostet natürlich auch nichts extra, man kann es auch so oft machen wie man möchte, nur muss man sich beim Frühstück in eine Liste eintragen, da die Teilnahme auf 20 Personen begrenzt ist. Wer aber gerne länger schläft hat Pech (sagen wir, um 9:30 Uhr im Restaurant erscheint), denn dann ist die Liste schon längst voll. Im Nachhinein fanden wir das Event aber auch nicht so toll, die Auswahl an Speisen im Restaurant ist besser und gegrillter Fisch ist jetzt auch nicht so etwas besonderes auf den Malediven. Uns hatte netterweise ein früh-aufstehendes Paar einmal in die Liste eingetragen.

Trotz des letzen Abschnitts haben wir einen tollen Urlaub verbracht und werden die Insel sicherlich noch einmal besuchen - das Konzept der Insel stimmt und der vermeindlich hohe Preis für die geringe Anzahl an Sterne relativiert sich, wenn man bedenkt, dass quasi alles inklusive ist und das Hotel für diese Preisklasse eine ungewöhnlich niedrige Anzahl Zimmer hat!

Lothar und Arianna


 

2. - 17. Mai 2007 Kandoludu & Rihiveli

Dies ist der Bericht unserer ersten Maledivenreise, die mein Mann und ich (beide 40) zusammen mit einem befreundeten Ehepaar über Trauminselreisen in München gebucht haben. Es sollten zwei verschiedene Inseln in den zwei Wochen sein, Dank Frau Därr von TIR sind wir dann auf die Kombination Kandoludu und Rihiveli gekommen, eine gute Wahl!

Wir hatten nach Kandoludu einen Speedboat Transfer via Kuramati gebucht, ich kann im Nachhinein nur zum Wasserflugzeug raten, denn die See war doch sehr rau, das Kuramati Boot (grosser Katamaran) hatte nur Sitzmöglichkeiten Innen, aussen wäre man wohl auch sofort über Bord geschleudert worden. Die Überfahrt nach Kuramati dauerte 2 lange unangenehme Stunden, es wurden einige Tüten an die Passagiere verteilt. Von Kuramati aus ging es nochmal 45 Minuten lang bis nach Kandoludu weiter, da wir ab da innerhalb des Atolls waren, durften wir diese Überfahrt aber wenigstens an Deck bestreiten, wir waren die einzigen Gäste für Kandoludu.

Bungi:
Wir hatten die Nummer D2 und D3, D2 war für unsere etwas sonnenempfindlicheren Freunde genau das richtige, da die Terasse etwas verborgen hinter einer grünen Hecke liegt (kaum Meerblick), wir haben das uneingeschränkte Panorama des Meeres und seiner vielen Farben von D3 aus genossen. Die Bungalows haben uns sehr gut gefallen, das Badezimmer ist fantastisch. Wasserbungalows haben wir nur von aussen gesehen, hat mich nicht vom Hocker gehauen, die Standardbungalows sahen altbacken aus. Zusätzlich hat man noch die ehemaligen Massagenungalows zu Standbungis umgebaut, war nicht schlecht, innen wohl grösser als unsere, aber eben die schon in anderen Berichten genannten Bastzäune und die Dusche im Blickfeld haben den Eindruck doch etwas verdorben. Ich glaube, man war dabei, die Open Air Duschen wieder wegzureissen, um das ganze etwas weniger verbaut wirken zu lassen.

Essen:
Das Essen war exzellent, hervorzuheben ist sicherlich das Abendessen.
Es gab an jedem Abend 3 Hauptgerichte zur Auswahl, Fleisch, Fisch, Vegetarisch, dazu Vorspeise und Nachspeise (Orangencreme, super lecker!), es war immer für jeden etwas dabei. Das Restaurant ist abends recht stimmungsvoll, man sitzt schön, in unserer Woche wurde es zum Ende hin zunehmend voller aber nie beengt. Gleich am ersten Abend gab es ein Buffet am Strand mit Fackeln und Kerzen, sehr schön. Leider hat an anderen Tagen das Wetter nicht mehr mitgespielt, das angekündigte Seafood Buffet fiel aus.
Auch zum Mittagessen sind wir häufig im Restaurant gewesen, die Gerichte waren lecker aber sehr teuer.
Das Frühstück war für unser Empfinden gut und reichlich, man konnte sich die Zubereitung seiner Eierspeise via Checkliste zusammenstellen. Dazu gab es diverse süsse Teilchen und immer ein Curry-Reis Gericht und einen leckeren Mozarella Salat, Wurst, Käse, Marmelade etc.
Wir hatten HP gebucht, durch das häufige Mittagessen und einige bestellte Flaschen Wein (recht gute Auswahl) kamen wir am Ende der Woche auf über 500 $ Zusatzkosten (inkl. 1x Nachtschnorcheln) für uns als Paar. Das ist natürlich schon happig.

Schnorcheln:
Wie anderorts ja schon beschrieben, das Hausriff ist ein Traum, man kann sich nicht satt sehen. Wir haben täglich Haie und eine Schildkröte gesehen und natürlich bunter Fische, spektakuläre Korallenformationen, you name it!. Das Nachtschnorcheln war für mich Geldverschwendung, ich habe nix gross gesehen und fand es ziemlich enttäuschend und auch kalt. Meine Mitstreiter waren näher an der Tauchlehrerin/Führerin dran und haben etwas mehr mitbekommen, so richtig vom Hocker hat es keinen gehauen.
Mit unserem Freund habe ich einmal die Insel schnorcheln umrundet, ich kann davon nur abraten. Ich bin eine sehr gute Schwimmerin und sicherlich kein Weichei, aber die Strömung wird, wenn man von einem der Riffeinstiege nach links mit der Strömung treibt, ab der Schiffsanlegestelle zur Gegenströmung, mit ganz schönem Wellengang. Dies geht ab dem Steg bis ganz rum um die Wasserbungalows und das war ein langer Weg, da das Riff einen ziemlich grossen Schlenker in Richtung offenes Meer macht. Man muss mit den Flossen (ein absolutes Muß am Riff, muß jeder Touri beim Schnorcheln anhaben) permanent paddeln um überhaupt weiter zu kommen. Die Tour war sehr anstregend und hat weit über eine Stunde gedauert und wir hatten ab den Wasserbungalows nur noch das Ziel, sicher bis zum ersten Einstieg zu kommen und sind wirklich so schnell es geht geschwommen. Wir hatten noch versucht, über die Korallen bei den Wasserbungalows rauszukommen, aber es ist einfach zu niedrig, man schlitzt sich nur den Bauch auf, insbesondere bei starkem Wellengang recht gefährlich. Mehr als im Bereich der Einstiegsstellen haben wir bei dieser Tour an anderen Stellen des Riffs auch nicht gesehen, es lohnt sich also nicht.
Empfehlenswert ist der erste Einstieg am kleinen Bootssteg und von dort aus nach links bis zur Ari Explorer.
Direkt vor den Beach Bungis ist die Brandung meist recht stark gewesen, trotzdem ist auch dort zwischen den Korallen viel zu sehen gewesen, u.a. ein grosser Stachelrochen und eine Schildkröte.
Gefahrlos schwimmen kann man auf Kandoludu am besten vor dem Restaurant bei Flut, aber eine Insel zum Planschen ist Kandoludu einfach nicht.

Ausflüge
Wir haben einmal eine Sunset Cruise auf der Ari Explorer mitgemacht, leider hat das Wetter nicht mitgespielt und wir haben keinen Sonnenuntergang gesehen und mußten wegen rauher See umdrehen. Naja, andere Touris haben erzählt, die Tour sei recht schön und man sähe häufig Delfine.

Wetter
Das Wetter war generell recht gut, allerdings sehr windig, do daß an 3-4 Tage die Sonnenschirme nicht geöffnet werden konnten. Gerade in der Mittagshitze hiess es somit, im Bungalow bzw auf der beschatteten Terasse zu sitzen, auf der Sonnenliege ist man verbrutzelt.. Meist abends hat es sich dann zugezogen, wir hatten mehrere Abende heftige Gewitter und Regen, einen Abend mußten wir von unserem Tisch am Strand ins Restaurant flüchten. Alles in allem vor allem tagsüber aber sehr schön. Von anderen Leuten habe ich gehört, daß die Woche danach wohl sehr bewölkt und durchwachsen gewesen sein muß.

Weiterreise:
Nach einer Woche hies es Abschied nehmen, um 4.30 h morgens (!)wurden wir geweckt um um 5.30 h mit dem Boot nach Mayafushi gebracht zu werden, von wo es dann mit dem
Wasserflugzeug nach Male und von dort aus per Boot nach Rihiveli weitergehen sollte. Im Endeffekt sind wir dann erst gegen 6.15 h morgens von der Insel weggekommen und mußten auf Mayafushi nochmals über eine Stunde auf das Flugzeug waren. Die wenigen Minuten im Wasserflugzeug waren ein Highlight und echtes Erlebnis, ich kann es nur empfehlen. Schon der Anflug des Wasserflugzeugs auf Mayafushi, knapp über die Bungalows drüber und die Landung des knalltroten Fliegers im türkisfarbenen Wasser war spektakulär. In Male ging es via Shuttlebus zurück zum Terminal und dort wartete bereits ein Scout von Rihiveli auf uns. Die Überfahrt nach Rihiveli erfolgte im kleinen Sportboot und war wesentlich angenehmer, Dauer ca. 1 h, davon waren wir aber 90 % der Zeit im Inneren des Atollrings, das Wasser war recht ruhig. Als wir uns Rihiveli näherten, konnten wir die türkisfarbene Lagune schon von weitem sehen, die Farbenpracht war das beste in der Hinsicht, was ich je gesehen habe.

Rihiveli ist eine langgezogene, sichelförmige Insel an der Südspitze des Süd-Male Atolls, bei deutschen Touristen ziemlich unbekannt, da nur Trauminselreisen diese Insel meines Wissens auf dem Deutschen Markt anbietet. Und das ist auch gut so, denn so behält diese Insel ihren francofilen Touch und Charm.

Es spricht keiner dort Deutsch, das muß man wissen, DIE Inselsprache ist französisch, fast alle Angestellten kommen aus Frankreich, 95 % der Gäste sind Franzosen, der rest Italiener. Wir waren die einzigen Deutschen, aber gerade das hatte was. Die Verständigung in englisch hat gut geklappt.

Bungalows
Wir hatten, Dank Frau Därr von Trauminselreisen, die beiden neuen Deluxbungalows mit dem Namen Endeeri und Espardon bekommen, die gleich am Anfang des Strandes, nahe des Steges liegen, Sie sind noch nicht so schön zugewachsen wie die anderen Bungis, dafür aber grösser, moderner und schöner eingerichtet. Es gibt eine openair Dusche in einem kleinen Gärtchen plus eine Normale Dusche und separates WC, ansonsten eine überdachte Terasse mit Sitzmöbeln, Hängematte und zwei Sonnenliegen unter einem Strohschirm. Die Standardbungalows haben wohl keine openair Dusche, und sind lt. einer der Angestellten kleiner und weniger ansprechend möbliert, von aussen sahen sie auch schnuckelig aus.
Rihiveli ist ein 3,5 Sterne Insel und im Vergleich zu den 4,5 Sternen von Kandoludu geht diese Wertung auch voll in Ordnung. Alles ist eher rustikal, weniger "hipp", was den Charakter dieser Insel und ihr Motto "no news no shoes" nur noch mehr unterstreicht. Ein Flachbild-TV wie auf Kandoludu wäre hier sicher fehl am Platz. Rihiveli bietet eine wunderschöne Lagune und, das ist das Markenzeichen, zwei unbewohnte Inseln auf der Rückseite der Insel, zu denen man hinwaten oder per Kajak hinfahren kann. Eine der beiden Inselchen hat eine bei Ebbe sehr lange Sandbank, die sich schneeweis aus dem türkisfarbenen Wasser schlängelt, ist auch auf jeder zweiten Postkarte, die man auf den Malediven kaufen kann, zu sehen.

Essen
Das Essen auf Rihiveli ist vielleicht nicht so raffiniert wie auf Kandoludu, aber unverschämt gut. Mittags gab es immer Buffet oder alternativ die Möglichkeit, auf der unbewohnten Insel gerillten Fisch zu essen. Hierzu mußte man sich auf einer Liste beim Frühstück eintragen, die max. Personenanzahl ist begranzt. Da unser Freund kein Fischesser ist, haben wir es nie gemacht, soll aber gut sein. Im Restaurant gab es immer ein sehr gutes Salatbuffet und dann verschiedene Gerichte, sei es Pasta, oder Hamburger, Pizza, Currys, Fisch etc. Abends hat es im Wechsel ein festes Menü gegeben oder Buffet oder einmal einen Barbeque Abend, das was auch schön.
Da auf der Insel wesentlich mehr Gäste sind (ich glaube es gibt 48 Bungalows) ist die Stimmung im Restaurant wie auch sonst auf der ganzen Insel nicht so intim oder romantisch wie auf Kandoludu, sondern eher gesellig, nach dem Essen geht es zum Café au Lait in die Bar, in der man auch seinen Sundowner vor dem Essen einnimmt. Französisches Savoir Vivre eben.

Die ganze Insel "tickt" etwas anders als andere Inseln, bei Ankunft am Steg werden erstmal die Schuhe eingesammelt und in einen Beutel gepackt, wer sein Bettzeug getauscht haben will, muß eine grosse Kokosnuss aufs Bett legen, das Mittwagessen (feste Zeiten, wer zu spät kommt hat Pech gehabt) wird durch das Blasen einer Conch Muschel eingeläutet, es gibt nur 8er und wenige 6er Tische und man setzt sich wie man will, so kommt man mit recht vielen Gästen ins Gespräch, wenn man denn französisch oder englisch spricht. Die meisten Gäste sind Wiederholungstäter, man kennt sich oftmals, auch die Angestellten sind wohl anders als auf anderen Inseln schon sehr lange dort und kennen viele Gäste. Für die, die 3x oder öfters hierherkommen, wird der Name des Gastes in einen bunten Holzfisch geschnitzt und dieser an einem Art Totempfahl aufgehängt. Man hat die Möglichkeit, mit den Angestellten Tee und Kuchen im Staffquarter zu sich zu nehmen, haben wir aber nie mitgemacht.
Rihiveli ist sicherlich eher eine Insel für den etwas aktiveren Urlauber, was mir nach einer Woche Nichtstun ausser Schnorcheln sehr gelegen kam. Es wird alles Erdenkliche an Wassersport kostenlos angeboten, zweimal am Tag fährt ein Schnorchelboot verschiedene Plätze an (nicht sehenswert, wenn man vom Kandoludu Hausriff verwöhnt ist), es gibt ganztägige Ausflüge, Katamaran Segeln inkl. Unterricht, Windsurfen und WASSERSKI FAHREN. Letzteres habe ich versucht und mich in den 7 Tagen zum passablen Wasserskifahrer gemausert. Hat echt Spass gemacht und das noch gratis! Tauchkurse und Ausflüge gibt es natürlich auch, wir tauchen aber nicht, daher kann ich nichts weiter dazu sagen.

Das Wetter war wesentlich beständiger als auf Kandoludu, lediglich der letzte Tag vor dem Abreisetag war etwas verregnet, das war ein wenig schade.
Wir haben gigantische Sunsets erlebt auf Rihiveli, wirklich sehr spektakulär.

Abschließend kann ich nur sagen, daß Rihiveli ein ganz toller Tipp war, ich habe mich trotz bescheidener Französischkenntnisse sehr wohl gefühlt, die französischen Touristen haben sich alle Mühe gegeben, mit uns in Englisch zu kommunizieren und waren wirklich aufgeschlossen uns gegenüber.
Preislich gesehen ist die Insel in Anbetracht dessen, was im Preis inbegriffen ist, ein wirklich günstiges Angebot, auch wenn der Grundpreis im Vergleich zu anderen Resorts gleicher Kategorie um einiges höher liegt. Das Konzept dieser Insel stimmt, ich würde auf jeden Fall noch einmal hier Urlaub machen. Kandoludu ist sicherlich eleganter, intimer, da auch wesentlich kleiner, und durch das tolle Hausriff natürlich auch eine Reise wert. Die Kombination beider Inseln hat sich für uns als gute Wahl entpuppt, da die beiden Eilande so unterschiedlich sind und sich dadurch sehr gut ergänzen.

Übrigens, ein ehemaliger Rihiveli Angestellter hat seit einiger Zeit ein Resort nach dem Vorbild von Rihiveli auf einer Insel vor Madagaskar eröffnet, lt. Aussage des Rihiveli Managers Tom muß es dort wunderschön sein. Buchbar auch über Trauminselreisen.

Frohes Fernweh,
Corinne & Stephen Sanders, Kaidenbourg